Schuleltern

oder was manch egoistischer Einwurf für Konsequenzen hat:

In der Schule meiner Kinder hat sich nun eine interessante Änderung ergeben. Während meine Tochter noch gemeinsamen Religionsunterricht in der ersten Klasse hatte (der Stoff für Katholiken und Protestanten ist identisch) und somit die unterrichtende Klassenlehrerin bei einem Stundenplan von z.B. Deutsch – Reli – Sachunterricht auch mal flexibel die Pausenzeiten gestalten konnte, muss bei meinem Sohn nun die Klasse im Moment des Reli-Unterrichts auseinander gepflückt werden und entsprechend aufgeteilt werden.

Wie kam es dazu?
Ein (!) Elternpaar hatte sich bei der Kirche beschwert, dass Ihr katholischer Sohn nicht von einer Katholikin im ersten Schuljahr unterrichtet wurde und mit den Protestanten zusammen den gleichen (!) Stoff gelehrt bekam. Die Kirche hat daraufhin die Praxis des ersten Schuljahres Religion an der Schule beanstandet und nun gibt es diese einstündige Zwangstrennung. Bei gleichem Stoff. 1. Klasse… Gleiche Lieder usw.
Wer ab und an mal katholische und evangelische Gottesdienste besucht, weiß, wie bescheuert diese Zwangsteilung ist.

Ich wette, dass im Moment der Beschwerde – mal wieder – die Eltern nur egoistisch an sich selbst (noch nicht einmal an den Sohn) gedacht haben. So gibt es mal wieder ein klassisches Beispiel kurzsichtigen Egoismus‘ in D-Land…

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google failt zum x-ten Mal – Latitude

Wenn es um Social Media geht, dann klappt bei google einfach nix. Da wollen sie den Dienst Latitude endlich auf eine Stufe mit foursquare und facebook Places stellen und dann wird’s doch wieder nicht komplett gemacht. Aber von vorne:

Letzte Woche hat Google ein Update für seine mobile google maps Version von Android heraus gebracht. Ich liebe google Maps auf meinem Android. Es ist wirklich das beste komplette Tool, um sich zurecht zu finden, als Navi-Ersatz usw. Und dann kommt google und sagt großspurig: Hey, Ihr könnt jetzt auch bei Latitude einchecken und sogar automatische Check-Ins einstellen. Wow, das klingt nach dem, was foursquare noch fehlt. Gepaart mit der super google Datenbank, kann da eigentlich nichts schiefgehen. OK, sharing Option nach fb und twitter fehlt natürlich (schwach), aber trotzdem. Ich lad‘ mir also das update herunter und dann…

Klar, ich starte Latitude über die Application direkt. Manchmal lande ich dann trotzdem auf Maps, wenn er meine Location nicht hinbekommt. fail.
Ich klicke den eincheck Button, komme auf den Screen, wo ich eine Location auswählen kann und kann …. genau, nichts machen. fail².
OK, das sind Bugs, wird wohl behoben, aber dann heute Morgen zum wiederholten Mal das größte Problem von Latitude: Es kennt nicht alle Locations, und ich kann nicht suchen?? Was zum Henker? Die größte Suchmaschine der Welt und ich kann in der App nicht direkt nach ner Location suchen? Ich bekomme 10 Vorschläge im Umkreis und das geile Cafe ist nicht dabei, wo ich grad die besten Croissants östlich des Rheins kaufe? Hier übrigens in foursquare

Fazit: Usability hat sich leider schon erledigt. Im Prinzip funktioniert es ja, aber Leute: So klappt das nicht in DE. Halbfertiger Krams macht uns nicht an! Und google ist einfach zu groß, da nehm ich Euch dieses Startup Verhalten einfach nicht mehr ab. Ich werde dann also doch wieder 4sqr nutzen, ist einfach am coolsten und ich kann sharen wann und wo ich will. Und falls ne Location mal nicht drin ist, dann wird sie einfach erstellt. Nur so nen auto-checkin… das wäre noch was…

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Der Teufelskreis der Empfehlung

Wenn Empfehlungen automatisiert werden, was passiert dann mit unserem Geschmack?

Ich bin ja selbst in dem Business mit automatisierten Empfehlungen unterwegs. Sei es nun bei meinem alten Projekt, wo es um die lokale Suche und Empfehlungen und Bewertungen von kleinen Läden, Restaurants, Ärzten usw. ging, oder bei meiner neuen Stelle, wo ich mich auch mit der Cloud basierten Suche im Bereich HR beschäftige. Ich finde die Möglichkeiten, die sich da ergeben auch toll. Noch nie war es so einfach, sich zuverlässig eine gute Empfehlung in einer neuen Stadt einzuholen, in einem Reiseziel, bei einem Arbeitseinsatz im Ausland. Ich suche ein gutes Restaurant, ich gucke bei quicker.com oder qype.com und gehe dann zu dem Restaurant, welches die besten Bewertungen hat. Im Zweifelsfall war noch ein facebook-Freund von mir dort und hat dadurch eine „persönliche“ Empfehlung hinterlassen. Klingt alles super, und es wird mir auch schmecken. Ich hinterlasse wahrscheinlich auch meine Empfehlung auf einem dieser Bewertungsportale. Aber welchen Effekt hat das?

Hat das nicht den gleichen Effekt wie eine Schlange vor einem Laden? Oder das vollbesetzte Restaurant im Gegensatz zum leeren daneben? Warum bin ich nicht gewillt genau das auszuprobieren, was noch nicht bewertet wurde, oder wo eben keiner sitzt? Die Schlangen vor dem Hollister Laden hier in Frankfurt z.B. sind das beste Beispiel. Die Klamotten sind nicht der Überhammer, der Laden ist echt grauselig, aber weil Leute davor in einer Schlange stehen, wollen noch mehr rein. Was hat das nun mit den Empfehlungen im Netz zu tun?

Die Recommendations könnten ein weiterer Schritt zum Tod des Individualismus sein. Durch die Empfehlungen holt man ein Restaurant oder ein Geschäft aus dem „Long Tail“ und bringt es dem Mainstream näher. Oder den Hauptmeldungen in unserem facebook Profil. Da passiert genau das: Je mehr ein Status geliked und/oder kommentiert wird, desto eher und höher erscheint er in den Hauptmeldungen. Aber ist diese Meldung für mich interessant? Vielleicht verpasse ich dadurch die tatsächlich für mich interessante Info, dass eine alte Bekannte ausnahmsweise mal wieder in der Stadt ist?

So gut die Empfehlungsmaschinen auch werden, so sehr müssen wir versuchen unsere Identität, das was jeden von uns einzigartig macht, zu bewahren und auch die kleinen Meldungen lesen, die kleinen Restaurants ohne Bewertungen ausprobieren. Und dann liked und bewertet sie, auf dass sie aus dem Long Tail in den Mainstream geholt werden und der Teufelskreis von vorne beginnt.

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Hallo Welt!

Dies ist mein erster Post auf diesem reinen, frischen Blog. Jetzt mag man sich fragen, was mir jetzt einfällt, dass ich hier noch ein Blog aufmache, aber der Hintergrund ist recht einfach: Ich beschäftige mich seit einigen Jahren nun schon mit der Entwicklung von Communities, insbesondere aus den Foren heraus in soziale Netzwerke hinein. Ich freue mich auf die weiteren Entwicklungen, und will daher hier über diverse Dinge in Sachen Web 2.0 und Social Media schreiben. Mal sehen, ob mir das gelingt. Ach ja, und der Name passt einfach besser dazu, als das alte da…

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